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  1. #1
    Mäzen Avatar von Matombo87
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    Öl-PC im DIY Alugußgehäuse

    Moin,
    kaum ist der Beamer fertig brauch ich wieder was zum Hände schmutzig machen ausserdem kommen ja jetzt die Semesterferien....*hust--SCH*** Klausuren--hust*

    Das Problem:
    Mein Rechner (letztes Jahr um Silvester gekauft, im schicken HTPC Gehäuse, Core2DUo 2x3Ghz, 4Gb DDR2, GTX-260....) kostet mich beim Arbeiten den letzten Nerv...."Soviel Lärm wie nötig, soviel Luft wie möglich" hält er eher für nen Scherz....

    Natürlich ist das nicht der einzige Grund, warum es gerade ein Öl-PC werden soll.....ne pauschale Wasserkühlung zwischen 40 und 150 Euro kann sich ja jeder einbauen, aber dann sirrt das Netzteil immer noch munter vor sich hin und für unter 400 Euro kriegt man das auch nicht musisch tot.....

    Irgendwann vor einiger Zeit durchforstete ich dann einige Seiten im Netz zum Thema Öl-PC und war mir direkt sicher das es eine solche Variante werden würde. So ist ein Öl-PC bekannterweise aufgebaut:

    Hardware+Behälter+Öl= Öl-PC


    Dabei benutzen die Leute im Netz wahlweise Speiseöl (schlechte Wahl wg. Säuren und ist recht zähflüßig, wird ranzig), Petroleum (stinkt, klappt aber), hochgereinigtes Paraffinöl (riecht kaum, schadet nicht der Hardware, günstig) und Transformatoröl (das Mittel der Wahl, leider nicht besonders gut Privat zu bekommen....) worin die Hardware samt Netzteil "eingelegt" wird. Die Kühlwirkung ist hervorragend, aber durch die natürliche Konvektion des Öls (nicht wie die erzwungene im Wasserkreislauf) etwas eingeschrankt, stört hier aber nicht!

    Als Behälter reicht die Wahl von der Ikea PE-Pox bis hin zum selbstgebauten superstylischen Gehäuse aus Alu/Stahlrohr mit Plexiglassichtfenstern.

    Aber ihr wisst ja, meine Teile müssen immer etwas "anders" sein

    Meine Fantasie beflügelte mich daher in die Richtung ein Aluminiumgehäuse selbst zu gießen.........

    *Puff*

    Tja.....

    einen Gießereimeister habe ich leider nicht zu Hand, eine professionelle Gießereiausstattung auch nicht.........aber wie langweilig wäre es nun an dieser Stelle zu stoppen.

    Unmengen an Alu hab ich schon, Kiloweise Alu geschmolzen auch, einen DIY Schmelzofen, einen bekloppten Cousin der alles was Hitze angeht mitmacht ebenso und ....... Ich klopf auf jeden hier ein Ei der mir sagt flüßiges Metall ist heiß und gefährlich wir müssen und werden es selbst wissen ohne Feuer gehts nunmal nicht, oder grillt ihr kalt? Ich bin durchaus nicht leichtsinnig, ehe ich ein übermäßiges Risko eingehe überlege ich mir nochmal ob es sich lohnt!

    Egal, weiter im Text:
    Der Plan ist alle Teile bis auf die Festplatte im Öl verschwinden zu lassen. Verwendet werden soll hochgereinigtes Paraffinöl. Was mir Schwierigkeiten bereiten wird ist der Kapillareffekt in den Leitungen nach draußen, aber da wird sich ne Lösung finden (Spliten und eingießen in Epox). Ein Bullauge aus Macrolon kommt auch rein, ne farbige Beleuchtung auch......und dann:

    STILLE

    oder ne Riesenexplosion

    Ihr fragt euch mit Sicherheit wie das Alugehäuse gegossen werden soll!

    Verlorene oder Dauerform? Verlorene Natürlich....bin ja kein Werkzeugmaschinenpark....

    Als Formstoff habe ich vor Polystyrolschaum einzusetzen, also nichts anderes als Hartschaum, darunter fallen Styropor, Styrodur...das Verfahren nennt sich Lost Foam.

    Wer mit dem Begriff nichts anfangen kann, folgendes:
    Lost- Foam- Verfahren

    Dieses ist eine Sonderform des Sandguss-Verfahrens. Von dem späteren Gussstück wird ein Schaumstoffmodell aus EPS (expandierbares Poly-Styrol durch Aufschäumen und gegebenenfalls Zusammenkleben einzelner Segmente hergestellt. Das Schaumstoffmodell wird mit Schlichte auf Wasserbasis geschlichtet. Das geschlichtete und getrocknete Modell wird in einen Gießbehälter eingeformt, indem reiner Quarzsand ohne jegliches Bindemittel mit Vibrationstechnik zugeführt wird. Beim innerhalb kurzer Zeit (15 bis 20 Sekunden) stattfindenden Gießvorgang wird die Schmelze auf das Schaumstoffmodell geleitet: sogenannter Vollformguss. Durch die Hitze der Schmelze wird das Schaumstoffmodell zersetzt; dessen flüssige und gasförmige Bestandteile gehen in den Formsand über. Nach dem Abkühlen und Entformen liegt ein gratfreies Gussstück vor.
    Quelle: http://www.motorlexikon.de/?I=3801

    Der Vorteil des Verfahrens ist das man sich ein 1:1 Modell (abgesehen von Schwindungen) aus billigem EPS oder XPS herstellt (kleben, schneiden...) und dieses in normalem Sand ausgießt. Dabei vergast das Material und das Alu nimmt seinen Platz ein. Hinterschnitte sind dadurch ebenfalls möglich....

    Probleme sehe ich darin die Form schnell genug gefüllt zu haben, bevor das ganze erstarrt ist.....aber dazu später

    Für das ganze werden wir einen neuen Schmelzofen benötigen....unser 60 Liter Pott wird da mickrig gegen aussehen....ebenfalls ein neuer Tiegel (wahrscheinlich eine 11kg Gasflasche) und Trageapparaturen müssen her, der 35 KW Heizölbrenner ist zum Glück schon länger da!
    Um das Styrodurmodell herzustellen bzw. das Styrodur in Form zu bringen baue ich noch eine Heißdrahtschneideanlage (dafür mach ich nen zusätzlichen Thread auf) wer sich informieren will schaut mal auf youtube oder unter dieser praktischen Seite http://www.extremflug.de/seite028.htm ich übernehme davon aber wohl nur die Spannungsquelle, da ich große Stücke bis 1200mm verarbeiten möchte und noch ein paar Schmankerl wie Kreis- und Profilschneidefunktionen sollen mit rein.

    Das fertige Modell wird dann nochmal in eine dünne Gipsplörre getunkt, getrocknet, in Sand eingebettet und ausgegossen, Dazu gibts auch sehr schöne Videos auf Youtube und hier eines der besten Seiten zum Thema das ich gefunden habe http://www.submarineboat.com/lost_foam_casting.htm füllig und lesenswert!!!





    Puah, erstmal genug getextet.....hab euch noch ein paar Bilder hier gelassen.

    Ich freue mich über eure Kritiken und Hilfe bei so manchem Problem das sich auftun wird ;-) so wie immer! unten findet ihr noch ein paar Bilder zum Thema Öl PC und Gießen

    Schöne Grüße

    Tim
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    Geändert von Matombo87 (19.07.2010 um 20:05 Uhr)
    Der Öl-PC im DIY Alugußgehäuse

    DIY Beamer der:
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  2. #2
    Mäzen Avatar von Playfield
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    Oha da hast du dir ja was vorgenommen. 11kg Gasflaschentiegel, 35 KW Heizölbrenner u.s.w.

    Also ich habe mir vor zwei Monaten eine Gasesse gebaut, die aus einer 11kg Gasflasche besteht, dadrin noch 10kg Hochofenbeton und Keramikfaserwolle...also ein "bisschen" kleiner

    Ansonsten wünsche ich dir viel Glück, dass du heil aus der ganzen Sache rauskommst und freu mich auf erste Ergebnisse/Biler.

    Gruß Chris
    Louder..!

  3. #3
    DIY Meister Avatar von Metalheim
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    Wohaa, aber warum giessen ?
    Ich hätte alles schön aus Elox-Alu Platten zusammengeschraubt und mit Aquariumsilikon abgedichtet, das wäre doch wesentlich einfacher ^^

    Aber Super Projekt, kann es kaum erwarten die ersten Results (und Verbrannten Körperteile xD) zu sehen

  4. #4
    Mäzen Avatar von Matombo87
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    Also ich habe mir vor zwei Monaten eine Gasesse gebaut, die aus einer 11kg Gasflasche besteht, dadrin noch 10kg Hochofenbeton und Keramikfaserwolle
    Uui, was hast du denn für den Hochofenbeton bezahlt und woher hast du ihn bezogen? Hab mir sowas in der Art aus Perlit, Schamottpulver, Sand und Zement zusammengemixt, bin mir aber nicht sicher ob sich das finanziell gerechnet hat =) bisher hielt es ganz gut, aber seit der Heizölbrenner drin ist fängt er an zu verglasen und brökelt leicht.....das mit der Dämmwolle find ich auch interessant, kannst du da mal ein Foto von machen? Der neue "Große" soll dann in ein 180 Liter Faß oder gemauert werden.

    Was schmiedest du in der Esse?

    Wohaa, aber warum giessen ?
    Ich hätte alles schön aus Elox-Alu Platten zusammengeschraubt und mit Aquariumsilikon abgedichtet, das wäre doch wesentlich einfacher ^^
    Klar einfacher ;-) aber das wär ja nix neues....ich denke mal auf die Antwort hast du gewartet, nicht ? XD
    Ausserdem glaube ich das 20 Liter Öl sich ziemlich schnell durch irgendwelche Ecken zwängen würden, vor allem sobald man es anhebt um es mit auf ne Lanparty zu nehmen. Daher ein Stabiles Gehäus'chen' ;-)

    Danke für eure Antworten

    Grüße
    Geändert von Matombo87 (19.07.2010 um 19:56 Uhr)
    Der Öl-PC im DIY Alugußgehäuse

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  5. #5
    Super-Moderator Avatar von ollekatz
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    höhö,

    Läuft, ich werde das hier genauestens Beobachten.

    MfG

  6. #6
    DIY Meister Avatar von schluderia
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    Sehr interessant, den Öl-PC wollt ich mir auch schon machen, aber irgendwie nicht dazu gekommen...
    Weiter berichten und viele Pics!
    Schluderia Ferfahri

  7. #7
    DIY Profi Avatar von Playitlouder
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    Wollt nur noch sagen, Pc technisch musst du dir was wegen Wärmeleitpaste einfallen lassen, selbige löst sich nämlich in Öl auf !

  8. #8
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    Braucht er die denn? Die Paste soll doch die wärme von der cpu an den heatsink leiten, oder? Wenn alles in Öl/Kühlflüssigkeit geflutet ist, sollte das doch überflüssig sein. Oder irre ich mich? Interessantes Thema.

  9. #9
    Mäzen Avatar von Playfield
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    Hey,


    Also eins kann ich sagen, leicht ist es nicht den Beton und vor allen Dingen die Keramikfaserwolle zu beziehen. Ich habe den Brenner auch komplett selber gebaut, ein optimierter Brenner kann die Gasesse auf gut 1300°C bingen, dieser Temperatur hält angeblich kein Baumarkt-Kaminbeton ect. stand. Das hitzebeständigste aus dem Baumarkt ist glaube ich der FAUST Feuerfestmörtel, und der soll in vielen Gasessen schon gerissen sein. Ich war ist jedem Baumarkt und Baustofhof in meiner Umgebung und habe auch mit einigen telefoniert, den Beton können einige garnicht andere erst ab einer Tonne oder so liefern, keiner konnte die Keramikfaserwolle liefern. Glasfaserwolle eignet sich übrigens nicht, die macht zu schnell schlapp die Keramikfaser hält 1400°C aus. Die Wolle isoliert übrigens so gut, dass die benötigten circa 800°C wesentlich schneller erreicht werden.

    Mein Feuerfestbeton hält übrigens einer Temperatur von 1750° C stand, also optimal für diesen Zweck. Beide Komponenten habe ich HIER bestellt, die Lieferzeiten sind lange, aber einen anderen Shop habe ich garnicht gefunden. Ich war schon glücklich als ich diesen gefunden habe

    Die Esse nutze ich auch um Aluminium und Kupfer zu schmelzen, super sache nur bisschen laut. Ich habe mal einen Profi gefragt, solange das Alu nicht glüht, reicht eine normale Schutzbrille bei Kupfer empfiehlt es sich zu mindest noch eine Sonnenbrille mit 100% UV Schutz anzuziehen. Bei Eisen/Stahl auf jedenfall besondere Schutzmaßnahmen gegen die UV Strahlung tragen. Ich zieh einfach immer zusätzlich ne Sonnenbrille drunter an, alleine schon wenn ich in die Esse gucke, sicher ist sicher.

    Ein Foto kann ich morgen mal machen kein Problem


    Gruß Chris
    Louder..!

  10. #10
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    Zitat Zitat von Playitlouder Beitrag anzeigen
    Wollt nur noch sagen, Pc technisch musst du dir was wegen Wärmeleitpaste einfallen lassen, selbige löst sich nämlich in Öl auf !

    Zitat Zitat von Hellhamster Beitrag anzeigen
    Braucht er die denn? Die Paste soll doch die wärme von der cpu an den heatsink leiten, oder? Wenn alles in Öl/Kühlflüssigkeit geflutet ist, sollte das doch überflüssig sein. Oder irre ich mich? Interessantes Thema.

    Die WLP soll die Wärmeübertragung von Heatsink zu CPU-Kühler garantieren
    Kühlkörper brauchst du meines Erachtens schon um die Wärme erstmal von der CPU weg zu kriegen

    Wenn man aber WLP ohne Silikon nimmt sollte es kein Problem mimt dem Öl sein - muss man halt beim Kauf drauf achten

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