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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DIY-Schwingborsten-'Boden-Rutscher'



VDX
03.12.2012, 15:48
Hi,

möglicherweise hat jemand Interesse an einem 'Boden-Rutscher', der mit zwei (oder mehr) oszillierenden Bodenplatten aufgebaut ist?

Anbei die Fotos von zwei Prototypen, die ich um 1998 herum für eine Messe zum Vorstellen des Konzepts gebaut hatte - die sind etwa 1000:1 dimensioniert (die Zielrichtung geht eher in Richtung Mikro-/Nanotechnik mit Carbon-Nanotubes für die Borsten), das würde mit einer Badewanne und stabileren Bodenplatten und Kohlefaserborsten aber auch für den Personentransport mit ein paar *zig kmh Vorschubgeschwindigkeit gehen ...

Die Bilder sind mit 'Multi-Blitz' während der Bewegung aufgenommen ... der größere läuft mit Motor, mechanischem Oszillator und Batterie, der kleinere mit einem Pneumatik-Kolben und Preßluftzufuhr über den blauen Schlauch.

Viktor

romvor
12.12.2012, 13:34
Und die Funktioniern? d.h. mach auch Sauber, ist ja kein Druck dahinter.

VDX
12.12.2012, 13:54
... der eigentliche 'Effekt' beruht auf vielen schrägstehenden Borsten, die sich in eine Richtung im Boden verhaken, in die Gegenrichtung aber frei drüberrutschen können.

Werden jetzt mehrere der mit Borsten besetzte Flächen oszillierend gegeneinander bewegt, so 'schiebt' sich das Teil mit bis zu mehreren kN pro Quadratzentimeter (abhängig vom Borsten-Typ und Bodenbeschaffenheit) 'Vorschubkraft' über den Boden ... je nach Oszillationsfrequenz und -Amplitude können das schonmal ein paar *zig kmh sein ;-)

Ich hab's eher für winzigkleine 'Fahrzeuge' im Mikrometer-Maßstab mit schrägstehenden Nanoborsten konzipiert - hab' ein paar Gramm einwandige cnt's mit ca. 2nm Durchmesser und ca. 100µm Länge da ... die 'verhaken' sogar in Hartmetall oder Keramik ...

Das funktioniert aber auch 'makroskopisch' ziemlich gut - mit innen mit derartigen Borstenfolien besetzten Hülsen, in die du jeweils eine kurze Achse mit einem Rad drauf reinsteckst, kannst du ein Auto bauen, daß nur noch eine Batterie und Wechselschaltung zum Ansteuern der Oszillatoren in den Hülsen hat ... ansonsten keinen Motor, Getriebe, oder andere Verschleißteile mehr ;-)

Viktor

Heimwerker1983
14.12.2012, 15:12
Schon ein interessantes Konzept.
Hab es bisher in klein schonmal gesehen da wurde einfach ein Zahnbürstenkopf und ein Vibrationsmotor eines Handys verwended. Die Richtung lies sich so natürlich nciht steuern aber es bewegte sich einwandfrei vorwärts.

VDX
14.12.2012, 15:46
... die 'Grundidee' ist uralt: - frühere Langlauf-Ski hatten auf der Lauffläche in der Mitte in einer Vertiefung ein Stück Hasenfell mit nach Hinten gerichteten Haaren ... wir haben uns als Kinder auf dem Feld Weizen-Ähren 'falschrum' in den Ärmel gesteckt und dann mit dem Arm 'rumgewackelt', bis die Ähre oben am Kragen wieder rauskam ... der Reiher schluckt den Fisch immer mit dem Kopf voran, damit der ihm nicht im Hals steckenbleibt ... u. s. w. ...

Als ich das Konzept patentieren ließ, gab's aber nur eine ernsthafte 'Entgegenhaltung' von einer in Russland angemeldeten Mikroturbine mit einem Rotor, der schrägstehende, federnde Blätter hatte, die im Gesamtumfang etwas länger waren als der Rohr-Innendurchmesser ... der Rotor wurde dann durch Ultraschall-Vibration des Rohrs angetrieben, wobei sich die Rotorblätter durch die Vibrationen auf eine ähnliche Weise an der Innenwand entlang 'forbewegen' ...

Ich hab' damals auch einige praktische Anwendungen vorgeschlagen:

- z.B. Fußboden-Bereiche mit nach Oben orientierten Borstenflächen belegen, die dann je nach Ausrichtung bei Aktivierung alles was daruaf liegt (Paletten, Pakete, ...) in eine definierte Richtung transportiern würden ...

- oder Paletten unten mit einer 'lenkbaren' Variante bestücken, damit die selber durch die Hallen rutschen können ...

- oder dünne Röhrchen innen damit auskleiden und passende Stangen reinstecken, die bei Aktivierung mit sehr großer Kraft herausgeschoben werden - z.B. für die auszuklappenden Sonnenzellen-Panele von Satelliten ...

- oder als 'Endlos'-Auftriebssysteme für die Alfred-Wegener-Station in der Antarktis, damit die sich an verlängerbaren im Eis verankerten Säulen selber nach Oben 'arbeiten' kann, wenn der Schnee zu hoch wird ... momentan wird die alle paar Jahre aufgegeben und nebendran neu aufgebaut, weil die Wohn- und Technik-Module zugeschneit werden und damit im aufwachsenden Eis versinken ...

... und noch viels andere in der Art mehr ... hat aber alles niemanden wirklich interessiert :-/

Viktor

romvor
14.12.2012, 16:27
...
- oder als 'Endlos'-Auftriebssysteme für die Alfred-Wegener-Station in der Antarktis, damit die sich an verlängerbaren im Eis verankerten Säulen selber nach Oben 'arbeiten' kann, wenn der Schnee zu hoch wird ... momentan wird die alle paar Jahre aufgegeben und nebendran neu aufgebaut, weil die Wohn- und Technik-Module zugeschneit werden und damit im aufwachsenden Eis versinken ...

Die "Neue" hat jetzt hydraulische Stelzen und kann nach oben "krabbeln"

- Die Neumayer III Station - Wissenschaft auf Stelzen - Station wächst mit (http://www.radiobremen.de/wissen/dossiers/awi/neumeyer104.html)

99743


...Mittels hydraulischer Stützen kann das viergeschossige Gebäude mit den jährlichen steigenden Schneehöhen mitwachsen, 25 Jahre lang. Denn so lange soll die Station mindestens in Betrieb sein.

VDX
14.12.2012, 16:59
... hmmm, dann haben sie die Grund-Idee von damals also doch umgesetzt ... wenn auch mit einer etwas fehleranfälligeren (Vereisen) Hydraulik-Lösung ...

Dann warte ich noch ab, was für eine Alternativ-Lösung fürs Ausklappen der Satelliten-Panele gefunden wird, die leichter, billiger und robuster sein sollte, als motorbetriebene Bowden-Züge :-/

Viktor