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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues Trike aus Edelstahl fertig



Hellhamster
11.07.2011, 18:09
Hallo liebe Forengemeinde. Eigentlich wollte ich das neue Trike erst nach Beendigung des Velomobilprojekts anfangen, aber das VM hat noch Zeit für die schlechte Jahreszeit und das Trike wollte ich im Sommer fahren.
Da ich den Edelstahl zum Glück kostenlos bekam betrugen die Kosten für mich etwa 100,- Euro und jede Menge Arbeitsstunden.
Mein Dank gilt an dieser Stelle Jack-Lee der eine tolle Idee für die Steuersätze hatte und Profion dess Trike bei mir den Wunsch ausgelöst hatte ebenfalls eines zu bauen das so ähnlich aussieht.

Die verwendeten Teile stammen wie immer aus dem Schrott oder wurden zweckentfremdet. Gekauft wurden dieses mal ein Dual-Bremsgriff, zwei Rollstuhlräder, Kette, Dynamo, Vorder- und Rücklicht, ein Heckreflektor, zwei Handgriffe, eine Rohrschelle, zwei Steuersätze sowie ein Katzenauge. Der Rest wude von ausgeschlachteten Rädern verwendet oder lag irgendwo in der Ecke der Werkstatt rum. Lediglich das Edelstahlrohr wurde aus der Länge passend abgeschnitten. Falls jemand gerade nachrechnet, habe ich eine kurze Kostenaufstellung der Teile die ich gekauft habe. Die Kosten für ca 3 Meter Edelstahl habe ich nicht im Kopf, wird aber nicht so viel sein. Verwendet habe ich zudem abgenutzte aber noch brauchbare Fächerscheiben für den Winkelschleifer die schon entsorgt wurden und Werkzeuge die keine nennenswerten Verschleisserscheinungen haben wie Feile, Bohrer, Schweissgerät etc.

Steuersätze 20,-
Dynamo 8.-
Kette 10,50
Lichter und Reflektor 8,-
Rohrschelle 2,50
Handgriffe 4,-
Katzenauge 0,50
Bremsgriff 11,50
Rollstuhlröder 13,50
Schraubkranz 13,-
Kleinteile ca 10,-
--------------------
Gesamt: 101,50

Wer für alles komplett selbst zahlen muss wird wohl noch mal 50,- Euro für Schleif- und Arbeitsmaterial drauflegen müssen.
Der Sitz ist aus 1,5mm Edelstahl geschweisst, in der Mitte ist ein Gitter zur Belüftung eingesetzt was recht gut funktioniert. Die Sitzpolsterung besteht aus Naturkautschuk der ein paar Schweissperlen abbekommen hat und daher nicht mehr gewerblich zu verwerten war. Die komplette Hinterradschwinge samit Feder habe ich einem Rad aus dem Schrott entnommen das komplett intakt war bis auf ein gebrochenes Sattelrohr. Bowdenzüge, Bremsgriff, Hinterrad sowie der Lenker-Steuersatz kommen ebenfalls von diesem Rad. Von einem zweiten Rad kommt das Tretlager sowie weitere Bowdenzüge. Wichtig anzumerken ist, das der Ausleger mit dem Tretlager verstellbar ist. Dafür musste ich zwei Stahlschrauben mit der Festigkeit 8.8 besorgen da ich V2A Edelstahlschrauben auseinander gezogen habe beim Anziehen. Das Gesamtgewicht beträgt leider monströse 27 Kilo, welches sich durch die 2mm Wandung der Rohre sowie den 4 Kg Stahlsitz erklärt. Dafür war das Material kostenlos. Es hat 3x7 Gänge, wobei ein Ritzel des Schraubkranzes fürs Klettern ausgelegt ist.
Ein paar Dinge werden noch geändert. Das Kabel des Frontlichtes ist recht gespannt da es zu kurz war, aber es passt gut genug um das Teil Straßenverkehrskonform zu machen. Am Hinterrad ist noch eine bisher ungenutzte V-brake der nur noch der Bowdenzug und das kleine Röhrchen fehlt. Das wird mit der Zeit ergänzt. Dazu möchte ich noch eine oder zwei Einkaufstaschen anhängen können und auf jeden Fall fertige ich noch ein Zuggeschirr für den Hund an wie bei meinem ersten Trike. Ob ich Schutzbleche für die Räder brauche wird sich beim ersten Regenguss oder der ersten nassen Straße zeigen.
Jetzt aber die Bilder:

ollekatz
11.07.2011, 18:14
Ein Wort:

KRASS!!!!!

Was du hier baust, das ist echt unglaublich :-)

Matombo87
11.07.2011, 18:32
Kann mich diesem verbalen Auswurf^^ nur anschließen :jaja:

GEEIL MANN!!!

Achte darauf das du keinen Fremdrost bekommst. Auch Edelstahl rostet wenn er von einem unedleren Stahl "geimpft" wird.

Ich hoffe die Räder rollen die nächste Zeit auch ein wenig ;-)?! Dann hat es sich jedenfall gelohnt der Oma die Rollstuhlräder zu klauen :pei:

Schöne Grüße und Hut ab!

DemolitionB
11.07.2011, 18:39
saugeil!!!

ist wirklich echt super geworden! respekt...

allerdings musst du zugeben, ohne die "ausgeschlachten Räder" wäre das projekt wesentlich teurer geworden ^^

dann viel spaß mit dem rad! scooter

do6elw
11.07.2011, 18:45
"Krass" war direkt das erste, was mir dazu einfiel. Hut ab! Fährt sich bestimmt interessant, ich kenn ja nur 2 oder 4 Rad

Hellhamster
11.07.2011, 18:50
Ja, Laufräder kosten normalerweise fast 300,- Euro, so habe ich nur etwa 5% des Neupreises bezahlt. Die Nabe ist genau so gut wie die bei den kommerziellen Trike-Laufrädern, lediglich die Felge aus Alu und die Speichen sind evtl. nicht auf starke Seitenkräfte ausgelegt. In der Praxis gabs aber bisher keine Probleme, bin heute als Probefahrt 4 km gefahren.
Aber ich sehe halt nicht ein immer neues Zeugs zu kaufen wenn man z.B. gebrauchte Rollstuhlreifen im neuwertigen zustand für fast lau bekommt, dasselbe gilt für Räder aus dem Schrott von der Mülldeponie. Was da zum Teil weggeworfen wird ist ein Fußtritt ins Gesicht von Mutter Natur.

Fahren tut es sich in der Tat interessant. Dadurch das nur hinten eine Federung vorhanden ist, sinkt es in Kurven nicht wie ein Auto auf einer Seite ein, kippen tut es dank der 2 Spuren auch nicht. Dadurch kommt ein "Go-Kart-Feeling" auf und man ist froh die Seitenwangen am Sportsitz zu haben, die stabilisieren das ganze etwas. Viel wichtiger als der Fahrspass ist aber die angenehme Sitzposition. Keine schmerzenden Pobacken mehr, keine schmerzenden Handgelenke und kein verspannter Nacken.

bassi
11.07.2011, 18:56
Richtig Geil!

MBNalbach
11.07.2011, 22:28
Fett!!

=) selbst gebaut ist meist passender als gekauft und wenns dann noch so genial aussieht, super!

Metalheim
12.07.2011, 00:35
Echt genial das Teil

Hast du noch Bilder vom Bau, wie bei den Tedpolen, fände ich interessant

Hellhamster
12.07.2011, 09:46
Nein, wirklich viele Bilder gibts dieses mal nicht. Beim letzten mal gab es im Liegerad-Forum sehr wenig Resonanz und Feedback so das ich keine Lust hatte mir die Arbeit zu machen. Ich häng mal einfach die restlichen Bilder an. Auf denen erkennt man ein Steuerlager aus einem Schrottrad für das ich ein Edelstahlrohr selber angefertigt habe. Es gab kein fertiges Rohr das gepasst hatte. Dieses Steuerlage hält den Lenker ud ist Verbindungsstück zwischen dem hinteren und vorderen Teil des Trikes. Dazu noch Bilder vom Schalensitz kurz nach dem Schweissen mit noch zu großen Seitenwangen. Danach ein Bild vom ersten Prototypen. Damals noch ohne richtige Steuersätze an den Rädern, die Lieferung hatte böse Verspätung und ich musste zum Testen etwas improvisieren.

tropfstop
12.07.2011, 13:29
Hallo, sehr schicker Bau!!! Ich habe selbst ein Liegerad, allerdings nur 2 Räder.
Ich habe mir gerade einen Sitz aus Kunststoff gekauft, da mein alter zu klein für mich war. Falls Du deinen genial aussehenden gegen Plaste eintauschen möchtest, könnten wir ja mal verhandeln.
Grüße tropfstop

Hellhamster
12.07.2011, 14:17
Danke fürs Angebot, aber wenn Dir Dein zu verkaufender Sitz zu klein geworden ist, dann wird er mir auf keinen Fall passen. ich bin aber im Moment sehr glücklich mit dem Edelstahlsitz. Das geringe Mehrgewicht kommt im Flachland nicht so zum tragen.

tropfstop
12.07.2011, 15:15
Aha, also auch ein Sitzriese ;) Der alte Sitz ist eigentlich schon xxl aber ich habe wohl einen recht langen Rücken für meine 192cm. Trike fahren muss ich auch mal testen, allerdings finde ich das Fahren auf meinem Hochlieger in der Stadt schon sehr anstrengend...da muss man immer doppelt aufpassen.

Hellhamster
12.07.2011, 18:34
Hmm, aufpassen muss man immer, bei nem Rad auf dem man tiefer liegt als man auf dem Upright sitzt erst recht. Aber das Fahrgefühl ähnelt stark ans GoKart-Fahren. Aber durch den höheren Rollwiderstand des dritten Rads und dem höheren Luftwiderstand fährt man nicht so schnell wie auf einem Einspurer-Liegerad.

Hellhamster
26.02.2012, 13:30
Soo, es ist etwa ein halbes Jahr vergangen und ich habe etwa 500 Km mit dem Rad zurück gelegt. Für die meisten Radfahrer ist das natürlich keine Strecke, aber es reicht zumindest um ein bisheriges Fazit zu ziehen.
Ich bin recht zufrieden. Die Spureinstellung funktioniert und die Rollstuhlräder haben bisher nicht ein einziges Mal Probleme gemacht. Die Decken sind auch noch kaum abgefahren, also ist dei Spur wohl auch korrekt eingestellt. Der Mantel des Hinterrads ist mittlerweile gewechselt. Der Billigmantel hatte sich nach etwa 400 km so weit abgefahren das kein Profil mehr übrig war. Jetzt habe ich einen von Schwalbe drauf, ein neuer Schlauch dazu da ich ihn schon einmal flicken musste. Der damals geflickte Schlauch war allerdings schon etwas älter. Der neue Mantel hat mir etwa 2 Km/h meehr gebracht, dennoch fahr eich meist zwischen 20 und 25 Sachen, mein Durchschnitt liegt laut Fahrradcomputer bei 16 Km/h, Gelegenheitsfahrer halt. Die hintere V-Brake habe ich gegen eine neue getauscht die sich dank Federspannung besser einstellen lässt. Ich steuer die Hinterradbremse mit einem Zughebel mit Parkbremse an, damit kann ich das Rad feststellen damit der Hund es nicht hinter sich her zieht oder ich habe beide Hände an der Ampel frei, sehr komfortable und günstige Lösung. Die beiden vorderen Seitenzugbremsen steuere ich mit einem Dualgriff an der beide Bremsen anzieht. Funktioniert gut, aber die Bremsen haben viel zu wenig Kraft. Die werden wenn die Bremsklötze runter sind gegen double pivot Bremsne eingetauscht.

teflon
27.02.2012, 00:57
Hallo,
sieht wirklich gut aus, ich hatte deinen Bericht damals auch schon gelesen.
Ich bin auch begeistert, wenn man so tolle Sachen aus "Schrott" baut und jetzt, wo ich den Thread wieder gelesen habe, bekomme ich auch lust, etwas in der Art zu bauen.
Ich frage mich, wie so ein Trike reagieren würde, wenn ich in EINES der beiden Vorderräder einen E-motor einbaue!
Eigentlich sagt mir mein Gefühl, dass das ganze rad dann immer zur einen Seite verziehen würde, andererseits dürfte das doch sonst beim Differenzial eines Autos auch der Fall sein!?
Hat einer von euch eine Idee dazu?

Hellhamster
27.02.2012, 07:48
Ja, es würde definitiv zu der Seite verziehen auf der der Motor eingebaut ist. Bremst man auf einer Seite stärker als auf der anderen zieht es das Gefährt auch zu der stärker gebremsten Seite. Der Unterschied zum Auto IST ja das Differenzialgetriebe. So eines fehlt beim Tadpole komplett, aus diesem Grund bremse ich ja auch beide Vorderräder mit EINEM Dual-bremshebel. So habe ich auf jedem Rad dieselbe Bremskraft. Wenn Du unbedingt einen Motor in eines der beiden "Doppelräder" einbauen möchtest bleibt wohl nur ein "Delta-Trike" zu bauen, also eines wo Du die beiden Räder hintne hats. Bei Pedalkraft gibt es imo auf Nachfrage ein Differenzial dafür. Einfacher wäre es wohl den Elektromotor ins Hinterrad einzubauen, das kostet vielleicht nen Zehner mehr und ist genau so einfach. Da ich mein E-Velomobil einfach nicht fertig kriege und mir die Arbeiter nen Stahlträger draufgeschmissen haben ist das Projekt eh gerade auf Baustopp und ich überlege mir meinen Motor eben in mein Trike einzubauen damit er nicht so unnütz rumliegt. Ich wüsst nur nicht wohin mit den Batterien. Nur wenn mam im Hinterrad unbedingt ne Nabenschaltung haben will, fällt die Möglichkeit des Motors in eben jenem leider aus.

polarie
27.02.2012, 08:36
goil :-)

kongratz

teflon
27.02.2012, 12:32
Ja, das wird schwierig mit einem angetriebenem Rad vorne....der witz ist halt, dass ich ein Vorderrad mit E-Antrieb übrig habe.
Und eigentlich kommt es mir so vor, als wenn Trikes mit 2 Rädern vorne eine bessere Straßenlage haben.
Was für ein Dilemma.
Muss ich alles nochmal genau durchdenken

PS: Das Batterieproblem wird sich wohl irgendwie lösen lassen: Bei Lithium Batterien: 24V/20Ah -> 4kg / ca. 150 Euro.

Hellhamster
27.02.2012, 13:41
Die Kohle musste erstmal übrig haben, zudem mein motor 36V, auch gerne 48V haben möchte: Ergo: 300,- Euro plus Ladegerät.

teflon
27.02.2012, 15:10
Hmm, ja, das Geld hätte ich auch grad nicht.
Mein Vorderrad arbeitet mit 24V, da ließe sich das mit 22.2 V LiPo und einem billigen Ladegerät aus dem Modellbaubereich regeln.
Wenns natürlich 48 V sein sollen, müsstest du entsprechend weniger Ah einplanen, dann bleibts bei den 150 Euro....+Ladegerät

Hellhamster
28.02.2012, 09:31
Im Moment ists eh nicht wichtig. Mein Trike nutze ich vorwiegend zum Hund ausführen und die Vierbeinerin liebt es zu ziehen, von daher brauche ich da keinen E-Motor. Es ist eben nur das einzige Rad was ich derzeit besitze. Der Motor sollte eigentlich in meien DIY_Velomobil rein was vollverschalt wird. So könnt eich auch bei miesem Wetter nen flotten Reifen über längere Zeit hinlegen. Ich hätte zumindest keine Lust vor und nach körperlicher Arbeit noch 15 Km zu strampeln. Mittreten ist ja noch in Ordnung, aber nach der Arbeit möchte ich mich halt entspannen. Naja, kommt Zeit, kommt Motor. Ich muss erstmal die Delle in der fast fertigen karosserie des VMs ausbesser die mir Arbeiter mit nem Träger reingeworfen habne.

Hellhamster
14.07.2014, 14:58
Update:
Das Rad ist jetzt 3 Jahre alt und ich habe es gerade wieder nach einem Umzug ausgemottet und gecheckt. Einige Anbauteile, speziell der Umwerfer der Gangschaltung hat Rost angesetzt, einige Bowdenzüge sind etwas schwergängig und die Gangschaltung musste etwas nachgestellt werden, aber sonst keine Mängel. Das Rad selber ist immer noch rostfrei wie geplant, die Rollstuhlräder haben sich bewährt. Sogar der Dynamoen ich nebener Batterie als Notversorgung verbaut habe tut noch seinen Dienst. Lediglich ein hinteres Katzenauge ist bei der ersten Fahrt in diesem Jahr auseinander gesprungen, tja, 2 Jahre Gewährleistungszeit vorbei, geplante obsoleszens. Das Plastik wurde einfach zu spröde.

polarie
15.07.2014, 10:31
tja -- hast halt gute qualität fabriziert ;-)
und den "schlechten-griff" bei den katzenaugen verzeihen deine Fans dir ...

KarlaKolumna
15.07.2014, 12:05
Wow, also cih bin begeistert von diesem Projekt, für mich wäre es ncihts, weil ich nicht gern so tief auf der Straße anzutreffen bin, aber von der DIY Leistung her sehr beeindruckend.

Hellhamster
15.07.2014, 13:19
Ja, ist wohl auch eine Frage wo man fährt. Die letzten Jahre bin ich in der Stadt gefahren, da kam ich mir nie verloren oder zu niedrig vor. Ich kam auch nie in eine gefährliche Situation wo mich Autofahrer übersehen hätten, zudem war ich fast immer auf Radwegen unterwegs.
Jetzt wohne ich direkt an einer Landstraße, offiziell 70 Km/h, die Landjugend fährt allerdings immer bps=km/h, also locker 120 Sachen. So richtig wohl fühle ich mich nicht mehr wenn hinter mir 2 Tonnen SUV-Masse mit 100 Sachen angerast kommen, mit dem Upright wäre es allerdings nicht anders.