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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Überblick 1- bzw. 2 Fresnels, langbrennw. Objektiv bzw. ggf. Brillenglasmod



Dr.Strangelove
04.03.2007, 12:00
Hallo

Bitte habt etwas Nachsicht, wenn ich hier Themen anschneide, die schon oft diskutiert wurden - ich habe dieses und andere Foren tagelang durchstöbert und hätte gerne eine zusammenfassende Meinung aus Erfahrungsberichten. Denn schließlich wird's schnell etwas chaotisch, spekulativ und oft auch widersprüchlich, wenn man sich seinen DIY bruchstückhaft aus bisherigen Diskussionen zusammensetzen will.
Ich lege Wert darauf, dass das Bild schön gleichmäßig ausgeleuchtet ist und wenn man das will, kommt man offensichtlich nicht dran vorbei, ein paar € mehr reinzustecken. Dann soll die Anordnung aber auch so gut ausgereizt sein, wie möglich.

Man kommt wohl für gute Ausleuchtung eines 15"-TFT DIYs nicht an nem langbrennweitigen (450mm oder mehr) Objektiv mit großem Durchmesser (10cm oder mehr) vorbei. Dreilinser, sowas findet man aber nur sehr selten bzw. akzeptiert, dass so ein Ding um ein erschreckendes Vielfaches teurer ist als ein 360er. eBay ist hier auch unbrauchbar, es sei denn man legt sich mal die nächsten paar Monate auf die Lauer.
Ich habe so ziemlich alles an deutschen DIY Shops abgegrast und auch Surplus Shed, letztere sind günstig, haben aber auch nicht das was ich suche; war das der Shop, aus dem Pro3ver sein Mörderobjektiv hat?

Ich hab zunächst mal mit dem Gedanken gespielt, ein Brillenglas-Mod zu verwenden, z.B. mit 360mm Objektiv. Allerdings gehen die Meinungen da weit auseinander.
Jemand hatte hier mal geschrieben, ein kurzbrennweitiges Objektiv mit Brillenglas zu modden wäre alleine schon deshalb was anderes als gleich ein langbrennweitiges Objektiv, weil die Linsenanordnung im Objektiv eine sehr genau abgestimmte Anordnung ist und man keine guten Ergebnisse zu erwarten hat, wenn man einfach mal so eine weitere Linse vorn dran klatscht.
Allerdings ist in der üblichen Anordnung die zweite Fresnel streng genommen ja auch nichts anderes als eine "Aushilfslinse" für das Objektiv und so ne Fresnel ist optisch gesehen ja auch nicht gerade das Ei des Kolumbus. Jemand anderes sagte z.B., die Bildschärfe in seiner Anordnung (ohne Brillenglasmod) wäre viel besser, wenn er die 2. Fresnel wegläßt und den Abstand Fresnel 1 -> Brenner entsprechend variiert.
Falls das Brillenglasmod die Schärfe nicht deutlich verschlechtert, wäre das einzige Problem, das ich dabei sehe, dass die Rohlinge nur ca. 7cm Durchmesser haben, was sich wiederrum negativ auf die Ausleuchtung auswirkt.

Ist eine einzige Fresnel zwischen Brenner und TFT, die näher am Brenner sitzt, um das Licht bereits Richtung Objektiv zu fokussieren besser als zwei Fresnels (Sandwich mit paralleler TFT-Durchleuchtung oder Kompressor mit Doppelfresnel)? Sprich ist der Nachteil nichtparalleler TFT-Beleuchtung kleiner als der Nachteil größerer Lichtabsorption und optischer Fehler bei 2 Fresnels?

Und welche Brennweite sollte die 2. Fresnell denn nun optimal haben? Mal hört man Brennweite des Objektivs, eins der Berechnungstools sagt 10% mehr (ohne allerdings die Brennweite der 2. Fresnel explizit mit in die Rechnung einzubeziehen). Oft liest man auch, dass die Abstände einfach variiert werden bis es paßt. Aber dann ist ein gutes Ergebnis ja schon eher Glückssache und das hört sich nicht wirklich vielversprechend an, wenn man schon ~400€ alleine in TFT, Optik und Brenner gesteckt hat.

entarger
04.03.2007, 15:09
Nun, erstmal willkommen im Forum!

Es ist alles nicht schwarz oder weiß - Du mußt den passenden Mittelweg finden. ;)

Ein 15" Display auszuleuchten ist etwas komplizierter, weils so groß ist. Hier wäre es vlt ratsam ein kleineres Display zu nehmen, da gibt es ja schon mitlerweile sehr gute, teilweise mit nativer HDTV-Auflösung.
Und das Geld, was Du jetzt mehr ins Display steckst, sparst Du ja dann indem Du kleinere/günstigerere Komponenten verwenden kannst.

Die Brennweite eines Objektivs kannste nicht verändern, dafür fehlt Dir einfach das nötige Know-How. Denn neben Brennweite und Abstand zueinander ist noch die verwendete Glassorte von entscheidender Bedeutung. Keine Glassorte bricht perfekt, dem Optiker stehen an die 100 verschiedene Glassorten zur Verfügung und die Linsen werden so kombiniert, das sich die Fehler möglichst komplett ausgleichen.
In dieses System kann man nicht so ohne weiteres weitere Linsen bringen.

Die 2. Fresnell sorgt im Prinzip nur dafür, das all das Licht vom TFT auch durchs Objektiv geht. Demnach ist es mehr as nur eine Aushilfslinse - denn egal aus wievielen Linsen Dein Objektiv besteht, Du wirst immer eine 2. Fresnell brauchen.

Bei Brillenglasrohlinge fällt i.d.R. der geometrische Mittelpunkt nicht mit dem optischen Mittelpunkt zusammen - sie müßten also erstmal geschliffen werden. Tut man das nicht, so treten noch mehr sog. Abberationen auf.
Daher sind sie eher ungeeignet für optische Systeme, dafür aber billig.


Ist eine einzige Fresnel zwischen Brenner und TFT, die näher am Brenner sitzt, um das Licht bereits Richtung Objektiv zu fokussieren besser als zwei Fresnels (Sandwich mit paralleler TFT-Durchleuchtung oder Kompressor mit Doppelfresnel)? Sprich ist der Nachteil nichtparalleler TFT-Beleuchtung kleiner als der Nachteil größerer Lichtabsorption und optischer Fehler bei 2 Fresnels?

Hä? Wie soll das funktionieren? Du brauchst 2 Fresnelllisen, um den öffnenden Lichtkegel, der vom Brenner aus geht, zu einem schließenden Lichtkegel zu machen, der dann durchs Objektiv passt.
Man nutzt dabei noch den Effekt aus, das zwsichen den Fresnelllinsen paralleles Licht ist, um das TFT auszuleuchten.
1. Fresnell funzt nur beim LED- oder beim Parabol-Beamer (wie Lumiluxers Gerät).

Die 2. Fresnell muß das Licht schnell genug "klein" bekommen, ehe das Objektiv kommt. Dies hängt vom Abstand Objektiv-TFT ab und der variiert mit der Brennweite des Objektivs und dem Projektionsabstand.
Deshalb probiert man sowas mit einem Testaufbau aus. ;)

Dr.Strangelove
04.03.2007, 15:43
Hä? Wie soll das funktionieren? Du brauchst 2 Fresnelllisen, um den öffnenden Lichtkegel, der vom Brenner aus geht, zu einem schließenden Lichtkegel zu machen, der dann durchs Objektiv passt.
Man nutzt dabei noch den Effekt aus, das zwsichen den Fresnelllinsen paralleles Licht ist, um das TFT auszuleuchten.
1. Fresnell funzt nur beim LED- oder beim Parabol-Beamer (wie Lumiluxers Gerät).

Die 2. Fresnell muß das Licht schnell genug "klein" bekommen, ehe das Objektiv kommt. Dies hängt vom Abstand Objektiv-TFT ab und der variiert mit der Brennweite des Objektivs und dem Projektionsabstand.
Deshalb probiert man sowas mit einem Testaufbau aus. ;)

Danke für die Erläuterung.
Ich dachte an ein typisches nicht gesplittetes Setup, wobei ich mir nicht sicher bin, wo der unterschied zwischen einer ungesplitteten Doppelfresnel und einer Einzelfresnel ist - dachte zuerst, mit ner einzelnen wäre man im Brennweitenbereich begrenzt, das scheint aber nicht der Fall zu sein.
Bei diesem nicht gesplitteten Setup liegt die Fresnel zwischen Brenner und TFT so nah am Brenner, dass sie kein paralleles, sondern schon (leicht) fokussiertes Licht durchs TFT Richtung Objektiv wirft.
Ich hab jetzt schon verschiedene Meinungen dazu gehört, mal hört man von besseren Resultaten im gesplitteten Setup, mal im ungesplitteten. Das hängt wohl zum einen davon ab, wie gut das TFT mit nichtparallelem Lichteinfall klar kommt und zum anderen wohl auch noch von der Beleuchtung etc.